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2. Bundesliga

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SV98 lässt auch an der Bremer Brücke zwei Punkte liegen

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Am Tag der nationalen Hiobsbotschaften musste sich der SV Darmstadt 98 auch sportlich einschränken. Ähnlich wie am vergangenen Samstag gegen den FC St. Pauli reichte beim Nachholtermin in Osnabrück eine Führung nicht zum Sieg, weil die Lilien im Verlauf der zweiten Hälfte zu viel Passivität darboten, was wiederum ein vermeidbares Remis zur Konsequenz hatte.

VfL Osnabrück – SV Darmstadt 98  1:1

VfL: Kühn, Ajdini, Beermann, Trapp, Reichel, Taffertshofer, Blacha (46. Ihorst), Henning (46. Reis), Schmidt (83. Köhler), Amenyido (57. Kerk), Santos (90. Heider)

SVD: Schuhen, Herrmann, Mai, Rapp, Holland, Palsson, Berko (83. Skarke), Mehlem (46. Schnellhardt), Kempe, Seydel (75. Honsak), Dursun

Tore: 0:1 Palsson 30. 1:1 Ihorst 78.

Um die Belastungen der englischen Woche zu kompensieren, nominierte Coach Anfang mit Herrmann, Palsson, Berko und Seydel vier frische Kräfte für die Startelf. Der „Geisteranstoß“ wurde zusätzlich von heftigen Regenschauern überschattet. Man hatte fast den Eindruck, dass das triste Wetter in Niedersachsen die aktuelle Stimmungslage der Republik widerspiegelte.

Nach ausgeglichener Auftaktphase setzte sich das bessere Kombinationsspiel des Sportvereins peu á peu durch. Der Führungstreffer war allerdings einer altgewohnten Standardsituation geschuldet. Nach einer Kempe-Ecke konnte die VfL-Defensive nicht entscheidend klären und Victor Palsson donnerte den Ball aus kurzer Entfernung brachial in den Giebel.

Im zweiten Durchgang vertrauten die Lilien zu sehr dem erarbeiten Vorsprung, statt rigoros auf das 2:0 zu gehen. Die Initiativenreduzierung rächte sich in der 78. Minute, als eine Flanke durch den Sechzehner segelte und Ihorst praktisch mühelos zum Ausgleich vollstrecken durfte. Erst nach dem Dämpfer reaktivierten die 98er wieder ihre Offensivbemühungen, welche beinahe den Lohn einer erneuten Führung erhalten hätte, aber Honsaks Kopfball landete lediglich auf der Lattenoberkante.

Kurz vor dem Kehraus wäre beinahe selbst das Minimalziel flöten gegangen. Nach einem technischen Bock von Rapp konnte Mai einen aussichtsreichen Osnabrücker Schuss im letzten Moment gerade noch zur Ecke abwehren. Wenig später protokollierte der Schiedsrichter das letztendlich gerechte Unentschieden, das den Sportverein mit einer komplett ausgeglichenen Zwischenbilanz im „Tabellenniemandsland“ momentan etwas auf der Stelle treten lässt.

 

Am kommenden Sonntag schließt der SV Darmstadt seine englische Zweitligawoche mit dem sechsten Spieltag ab und tritt hierfür beim Karlsruher SC an (Anstoß 13Uhr30). Der KSC ist von jeher ein ausgewiesener „Angstgegner“ der Lilien. Dieses Vorurteil untermauerten die Badener auch in der vergangenen Saison, also sie während den gleich drei Pflichtduellen einmal remisierten und zweimal gewannen. Der letzte Vergleich vor wenigen Monaten endete aus 98-Sicht 0:2 im Wildpark und war für beide Seiten das erste Match nach Beendigung der Fußball-Auszeit bzw. das erste „Geisterspiel“.

Der Heimdreier bildete die Grundlage, dass der seinerzeitige Wiederaufsteiger KSC später auf dem finalen Drücker den direkten Klassenerhalt feiern durfte und nicht schon wieder in der Drittligaversenkung verschwand. In die aktuelle Runde starteten die Badener aufgrund von drei Niederlagen denkbar schlecht, ehe man dank vier Punkten aus den zurückliegenden beiden Begegnungen bis auf weiteres der unmittelbare Abstiegszone adieu sagte.

Siege im Wildpark sind für den Sportverein eine absolute Rarität. Die beiden einzigen Triumphe in Karlsruhe hatten allerdings wegweisende Positivrichtungen zur Folge. 1973 ebnete ein 1:0 den Weg zur Regionalligameisterschaft respektive Aufstiegsrundenteilnahme und 2015 sorgte das gleiche knappe Hosianna-Ergebnis dafür, dass die Lilien zwei Wochen darauf den Traum vom Durchmarsch in die Bundesliga realisieren konnten.

Alle Partien vom 6. Zweitligaspieltag:

Fr 30.10. 18.30

Fortuna Düsseldorf – 1. FC Heidenheim, Hamburger SV – FC St. Pauli

Sa 31.10. 13.00

SC Paderborn – Jahn Regensburg, Erzgebirge Aue – Holstein Kiel, VfL Osnabrück – SV Sandhausen, Eintracht Braunschweig – 1. FC Nürnberg

So 01.11. 13.30

Karlsruher SC – SV Darmstadt 98, Spvgg Greuther Fürth – Hannover 96, Würzburger Kickers – VfL Bochum

 

Letzte Änderung amMittwoch, 28 Oktober 2020 21:20
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