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2. Bundesliga

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0:4 – Rabenschwarzer Heimauftritt der Lilien

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Zur Aufmunterung seiner vor der Glotzkiste mit leidenden Fans trug der SV Darmstadt 98 am Sonntag nicht gerade bei. Im Gegenteil: Die unerklärlich schwache Performance passte eher zur landesweiten Tristesse-Laune. Nach fünf ungeschlagenen Zweitliga-Partien kassierten die Lilien am Sonntag gegen den SC Paderborn nicht nur die erste Heimniederlage seit fast einem Jahr, sonder auch die höchste Pleite am Bölle seit Januar 2017 (1:6 gegen Köln).

SV Darmstadt 98 – SC Paderborn 07  0:4

SVD: Schuhen, Herrmann, Mai, Rapp, Stanilewicz (85. Bader), Palsson, Honsak (45. Höhn), Mehlem (46. Berko), Kempe, Skarke (71. Paik), Dursun (71. Platte)

SCP: Zingerle, Dörfler, Hünemeier, Schonlau, Collins, Schallenberg, Justvan (63. Terrazzino), Ingelsson, Antwi-Adjei (72. Pröger), Srbeny (72. Owusu), Führich (72. Heller)

Tore: 0:1 Schallenberg 13. 0:2 Führich 22. 0:3, 0:4 Sbreny 25., 61. HE

Besonders: Gelb-Rot Rapp (SVD) 40.

Schon die Sichtung der Startelfformation förderte nicht unbedingt das Zuversichtsspektrum. Der notwendige Covid 19 – Test ergab bei Fabian Holland eine positive Diagnostizierung, weshalb der 98-Kapitän statt dem Wirken auf dem grünen Rasen einem Quarantäneaufenthalt in Kauf nehmen musste. Coach Anfang nominierte für ihn den jungen Neugang Stanilewicz und ersetzte außerdem Bader durch Herrmann.

Ob die internen Umstellungen oder das überfallartige System der Ostwestfalen den Grund für eine völlig verkorkste erste Hälfte lieferten? Fakt ist auf jeden Fall, dass die Lilien bereits nach einer halben Stunde hoffnungslos mit 0:3 ins Hintertreffen gerieten. Zudem handelten sich gleich vier Spieler früh eine gelbe Karte ein, was Schiri Heft anscheinend animierte, kurz vor dem Gang zur Kabinenpredigt noch eine Ampelkarte zu zücken. Der Platzverweis für Nicolai Rapp glich allerdings einem schlechten Filmgag. Warum der Kölner Keller kein Veto einlegte, hinterließ weitere fragwürdige Gedanken.

Ungeachtet dessen war das grausige 0:3-Halbzeitresultat von A bis Z verdient. Der Bundesligaabsteiger aus Paderborn, der am Bölle bei zuvor zwei Versuchen noch nie ein Tor erzielen respektive einen Punkt erbeuten konnte, stellte die neu formierte Darmstädter Defensivabteilung durch schnelles Anlaufen und kompromissloses Pressing vor unlösbare Probleme. Der Vergleich mit einem Hühnerhaufen ist altbacken, doch angesichts des fehlerhaften Zweikampfverhaltens fällt einem keine andere Bezeichnung ein. Lediglich der noch weiteren Flurschaden verhindernde Keeper Marcel Schuhen konnte seine Normalform abrufen. 

So war das eigentlich auf Augenhöhe gedachte Duell zweier Tabellennachbarn eine einseitige Angelegenheit und schon früh entschieden. In personeller Unterzahl konnte das Ziel nach dem Seitenwechsel nur Schadensbegrenzung lauten und dies glückte auch mit Ausnahme eines quittierten Handelfmeters, der die Ostwestfalen zur Dokumentation des ernüchternden Endresultats bemächtigte und den SV98 jäh auf den harten Tatsachenboden katapultierte.

Der ersehnte Sprung in die Spitzengruppe mündete ergo in einem solchen Ausmaße ungeahnten Dämpfer, der die Lilien auf den zehnten Rankingplatz zurück warf. Das Team und der Trainer haben nun vierzehn Tage Zeit, um diesen rabenschwarzen Sonntagnachmittag aufzuarbeiten, denn augrund der anstehenden Länderspielpause steht die nächste Aufgabe bei Erzgebirge Aue erst in genau zwei Wochen (22.11.) auf der Rehabilitationsagenda.  

 

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