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2. Bundesliga

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Nach nächster Backpfeife geht der Blick nach unten

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Die zweiwöchige Länderspielpause hat dem SV Darmstadt 98 nicht auf die Sprünge geholfen. Statt einer geplanten Wiedergutmachung für das 0:4 gegen Paderborn quittierten die Lilien am achten Zweitligaspieltag die zweite deftige Pleite in Serie. Nach dem 0:3 bei Erzgebirge Aue muss die Mannschaft von Trainer Markus Anfang aufpassen, nicht in die direkte Abstiegszone abzugleiten.

Erzgebirge Aue – SV Darmstadt 98  3:0

Aue: Männel, Strauß, Gonther, Ballas, Rizzuto, Gnjatic, Riese, Fandrich (90. Zulechner), Zolinski (86. Samson), Testroet (90. Nazarov), Krüger (80. Hochscheidt)

SVD: Schuhen, Bader (84. Pfeiffer), Höhn, Mai, Stanilewicz (84. Herrmann), Schnellhardt (84. Paik), Honsak (65. Seydel), Mehlem, Kempe, Skarke (75. Platte), Dursun

Tore: 1:0, 2:0 Testroet 7., 56. HE 3:0 Nazarov 90. + 3

Hinter der Gestaltung der Absicherungsabteilung stand vor der bei den sachsischen Veilchen aufgestellten Hürde ein dickes Fragezeichen. Coach Anfang musste die Leistungsträger Fabian Holland (beendete am Vortag eine vierzehntägige Corona-Quarantäne), Victor Palsson (der Isländer kehre erst am Donnerstag von einer schlauchenden Länderspielreise zurück und stand nicht im Kader) sowie Nicolai Rapp (gelb-rot gesperrt) ersetzen und entschied sich für die Viererkettenformation Bader-Höhn-Mai-Stanilewicz.

Im zugigen Erzgebirge wurden die Lilien eiskalt erwischt. Nach einer Flanke von Strauß fühlte sich kein Darmstädter für die Beschattung von Testroet zuständig, der den in diesen Zeiten auf anderer Ebene vorgeschriebenen Mindestabstand weidlich ausnutzte und ungehindert ins lange Eck köpfte. Der Rückstand warf den Sportverein noch nicht aus der Bahn. Bis zum Seitenwechsel verzeichneten die 98er sowohl ein optisches Übergewicht als auch die besseren Chancen, doch der Verwertungsgalligkeit ging jeglicher Esprit abhanden.

Aue konnte sich aufgrund der halbgaren Gästevorstöße auf seine sattelfeste Abwehr verlassen und spähte mit dem Rückenwind des frühen 1:0 nach der Vorentscheidung. Diese wurde elf Minuten nach dem Wiederanstoß perfekt, als Lars Mai bei einer Rettungsaktion die Hand zu Hilfe nahm und der Schiedsrichter nach einem Signal des Kölner Kellers die Bestrafung verspätet, aber korrekterweise, von der Sechzehnerkante auf den Punkt verlegte. Testroet schnürte aus elf Metern Entfernung seinen Doppelpack und damit war der Markt praktisch verlaufen, weil sich die Lilien in einer komplett enttäuschenden zweiten Hälfte ohne ein rigoroses Aufbäumen dem sportlichen Schicksal ergaben.

Der clevere Hausherr hatte keine große Mühe, seinem Übungsleiter Dirk Schuster im dritten Anlauf den ersten Sieg über den Ex-Verein, bei dem er einst auf den Trainerolymp kletterte, zu bescheren. Das 0:3 in der Nachspielzeit setzte schließlich das aus Darmstädter Sicht negative i-Tüpfelchen in Kraft.

Aufgrund der Warnbilanz von 0:7 Toren aus den beiden jüngsten ertraglosen Begegnungen rutschte der SV98 auf die dreizehnte Position ab und besitzt lediglich noch ein knappes Guthaben auf die Abstiegsplätze. Der Druck wächst ergo vor der nächsten Verpflichtung am kommenden Freitag zu Hause gegen den ebenso zitternden Tabellennachbarn Eintracht Braunschweig. 

Letzte Änderung amSonntag, 22 November 2020 16:18
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