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2. Bundesliga

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Der SV98 schlägt sich praktisch selbst

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So wird das nicht mit einem permanenten Aufenthalt in den einstelligen Tabellenregionen. Zumindest nicht in naher Zukunft. Ungeachtet der Umstände, am Freitagabend sowohl die bessere Mannschaft zu stellen als auch das deutliche Chancenplus aufzuweisen, kassierten die Lilien trotz zweifacher Führung die dritte Niederlage aus den vergangenen vier Begegnungen und beschenkten Gastgeber Fortuna Düsseldorf mit individuellen Abwehrschnitzern, die im ernüchternden 2:3 beim Bundesligaabsteiger mündeten.

Fortuna Düsseldorf - SV Darmstadt 98   3:2

F95: Kastenmeier, Klarer, Hoffmann, Krajnc, Zimmermann, Bodzek (46. Morales), Pledl (46. Ofori, 90. Sobottka), Prib (77. Kownacki), Appelkamp (84. Piotrowski), Karaman, Hennings

SVD: Schuhen, Pfeiffer (80. Skarke), Höhn, Mai, Herrmann. Holland, Schnellhardt (90. Seydel), Paik (90. Platte), Mehlem (90. Honsak), Kempe, Dursun

Tore: 0:1 Dursun 51. 1:1 Hennings 56. 1:2 Kempe 67. FE 2:2 Karaman 77. 3:2 Kownacki 89.

Coach Markus Anfang musste vor dem Kick-off an seiner früheren Wirkungsstätte (streifte sich zwischen 1995-1997 sowie 2006-2008 das Trikot des Klubs vom Flinger Broich über) verletzungsbedingt zwei personelle Veränderungen vornehmen. Für das verletzte Defensivduo Rapp/Bader rückten Pfeiffer und Herrmann in die 98-Startelf.

Nach elf Minuten hätte der Sportverein führen müssen, aber weder Kempe (scheiterte an einer Glanztat von F95-Keeper Kastenmeier) noch Paik (aus kurzer Entfernung vorbei gezielt) versäumten, ähnlich wie letzte Woche beim 4:0 gegen den ETB durch ein schnelles Einlochen den Erfolgserlebnisgrundstein zu legen. Den Rest der ersten Hälfte konnte man unter einer durchwachsenen Rubrik ablegen.

Für die Nullnummer zur Pause wurden die Zuschauer vor den TV-Geräten mit Toren satt nach dem Wiederbeginn entschädigt, wobei sich die Lilien einen zweimaligen Vorsprung aus der Hand nehmen und fahrlässig wichtige Punkte liegen ließen. Dursuns siebter Saisontreffer nach Vorarbeit von Herrmann und Kempes lässig verwandelter Elfer (Holland wurde im Sechzehner zu Fall bebracht) erwiesen sich letztendlich als Muster ohne Wert, weil beim Kehrausfazit die eigenen Patzer den finalen Score überschatteten.

Zunächst leistete sich Schnellhardt einen „Doppelbock“. Den eigenen Ballverlust im Aufbauspiel korrigierte er auf Kosten einer Attacke vor dem Strafraum. So etwas sollte man allerdings tunlichst unterlassen, wenn beim Gegner einer der stärksten Linksfüßler des Profifußballs unter Vertrag steht. Routinier Hennings zauberte die Kugel aus siebzehn Metern zum zwischenzeitlichen 1:1 in den Giebel.

Nach der erneuten Vorlage trat dann Marcel Schuhen ungewollt negativ ins Rampenlicht. Beim 2:2 ließ er sich aus der Nahdistanz durch einen Hinterkopfball düpieren und vor dem 2:3 kurz vor ultimo sah der Schlussmann aufgrund einer misslungen Faustabwehr alt aus. Für die Kompensierung des dritten Rückschlags fehlte dann die Zeit und so musste der Tross des SV98 statt des ersten Siegs in Düsseldorf seit 1988 die Rückfahrt vom Rheinland nach Südhessen mit leeren Händen bewältigen.

Die Achillesferse wird also fortan durch folgenschwere Abwehrschnitzer definiert. 21 Gegentore nach zehn Partien sind uneingeschränkt zu viel und konterkarieren die Hoffnung auf höher ambitionierte Ziele. Zunächst richtet sich der blau-weiße Blick wieder nach unten. Am nächsten Samstag reist mit Ex-Dino HSV der wohl namhafteste Klassenkontrahent zur elften Saisonaufgabe an, gegen den die Lilien ergebnistechnische Rehabilitationsmaßnahmen ergreifen möchten (Anstoß 13 Uhr am Bölle).  

Letzte Änderung amFreitag, 04 Dezember 2020 21:37
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