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2. Bundesliga

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Ergebniskrise geht in die nächste Runde

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Der SV Darmstadt 98 muss sich auf einen längerfristigen Aufenthalt im gefährdeten Tabellenareal der Zweiten Liga einstellen. Am Samstag verloren die Lilien den Vergleich zwischen zwei zuletzt sportlich gebeutelten Kontrahenten gegen Ex-Dino Hamburger SV 1:2. Damit schluckte das Team von Markus Anfang die vierte bittere Niederlagenpille aus den vergangenen fünf Partien.   

SV Darmstadt 98 – Hamburger SV  1:2

SVD: Schuhen, Pfeiffer, Höhn, Mai, Herrmann. Holland, Seydel (61. Berko), Paik, Mehlem, Kempe, Dursun (85. Honsak)

HSV: Ulreich, Vagnoman (85. Jatta), Leistner, Ambrosius, Leibold, Gjasula (46. Hunt), Heyer, Dudziak (90. Kinsombi), Narey, Wintzheimer (85. Wood), Terodde (90. Jung)

Tore: 0:1 Terodde 70. 1:1 Kempe 78. 1:2 Terodde 87.

Besonderes: Gelb-Rot Herrmann (SVD) 74.

Mit Palsson, Bader, Schnellhardt und Rapp brachen dem Hausherren gleich vier hauptsächlich defensiv orientierte Eckpfeiler weg (allesamt verletzt). Coach Anfang musste ergo erneut personell improvisieren und schenkte Aaron Seydel das Startelfvertrauen.

Im ersten Durchgang waren die 98er vordergründig darauf bedacht, die relative Gegentorflut der jüngsten Begegnungen auszubremsen. Dieses Ziel glückte auch, zumal die Rothosen wegen ihrer eigenen Hypothek von fünf sieglosen Spielen respektive drei Pleiten hintereinander nicht gerade mit breiter Brust aufliefen. Zwar agierten die Hanseaten überlegen, doch ging ihnen praktisch jegliche Torgefahr abhanden, was im Umkehrschluss natürlich auch für den gastgebenden Abschirmdienst sprach.

Auf der anderen Seite verpasste der Sportverein bei zwei seiner wenigen Vorstöße die Führung. Patric Pfeiffer köpfte freistehend am Kasten vorbei und Serdar Dursun fehlten wenige Zentimeter, um einen Freistoß von Kempe produktiv zu verarbeiten. Nach der gerechten Nullnummer zur Pause übernahmen die Uwe Seeler – Erben während der fortlaufenden Zweithalbzeitperiode das Kommando, waren aber spätestens am bzw. im Sechzehner mit ihrem norddeutschen Latein am Ende.

In der 70. Minute durften die Rautenträger schließlich doch das 1:0 aus ihrer Sicht bejubeln. Hierfür benötigen sie allerdings einen unerlaubten Handeingriff von Dursun, der sich nach dem Pfiff vergeblich über das gegnerische Bedrängmanöver echauffierte. „Mr. Zweitligagoalgetter“ Simon Terodde trat aus elf Metern an und scheiterte zunächst an Keeper Marcel Schuhen. Der Abpraller landete jedoch erneut vor den mühelos abstaubenden Füßen Teroddes.

Kurz darauf sah Patrick Herrmann die Ampelkarte, weshalb die Lilienaktien selbstredend weiter in den Keller rutschten. Ein optisch hervorstechender Offensivvortrag mündete dann trotzdem im Ausgleich. Eine Holland-Flanke leitete der eingewechselte Joker Erich Berko per „Volleyhacke“ in die Schussbahn des dankbar vollstreckenden Tobi Kempe. Die 1A – Bude hatte leider nicht lange Bestand, weil Terodde in der Schlussphase noch einmal seine Knipserfähigkeiten offenbarte und zum finalen Resultat einlochte.

Es bleibt also dabei: Auch wenn die Lilien seit ihrer Renaissance auf den Bühnen der obersten beiden Kickklassen regelmäßig im fernen Volksparkstadion punkten, ist zu Hause am Bölle gegen den HSV der Wurm drin. Auch im achten Heimmatch gab es keinen Sieg zu verbuchen und so endete der jüngste Aufeinanderprall genau wie der allererste anno 1979 mit einer 1:2-Niederlage.

Der Druck im ungeliebten Ranglistenareal wächst also vor der zweiten Verpflichtung der das Fußballjahr 2020 abschließenden englischen Woche. Auch am Dienstagabend beim Kleeblatt im Ronhof werden die Trauben hoch hängen, denn Greuther Fürth empfängt den SV98 als stolzer Tabellenzweiter (Anstoß 18Uhr30).

 

Letzte Änderung amSamstag, 12 Dezember 2020 16:13
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