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2. Bundesliga

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4:0 - Beeindruckende Rückmeldung des SV98

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Endlich: Nach vier (teilweise) unglücklichen Niederlagen aus den letzten fünf Spielen setzte der SV Darmstadt 98 am Dienstagabend als Gast der Spvgg Greuther Fürth sein Spielvermögen in ein passendes Ergebnis um. Der erste Sieg im Ronhof seit vierzig Jahren (!) fiel üppig aus, spiegelt aber die Kräfteverhältnisse exakt wider. Das Team von Markus Anfang überzeugte beim verdutzten Tabellenzweiten von A bis Z und legte seine Resultatskrise ad acta.

Spvgg Greuther Fürth – SV Darmstadt 98  0:4

Fürth: Burchert, Meyerhöfer, Barry, Raum, Mavraj, Leweling (79. Kehr), Seguin, Sarpei (46. Stach), Ernst, Green (46. Berggreen, 75. Tillman), Nielsen (64. Abiama)

SVD: Schuhen, Pfeiffer, Holland, Höhn, Mai, Schnellhardt (46. Rapp), Skarke (82. Stanilewicz), Paik (82. Seydel), Mehlem, Kempe (74. Berko), Dursun (71. Platte)

Tore: 0:1 Skarke 17. 0:2, 0:3 Dursun 45., 48. 0:4 Höhn 76.

Besonderes: Gelb-Rot Mai (SVD) 83.

Für Herrmann (gelb-rot gesperrt) und Seydel (konnte gegen den HSV seinen Vertrauensvorschuss nicht rechtfertigen) sprach Anfang im verregneten Frankenland Skarke und Schnellhardt das Startelf-Recht aus. Zu Beginn des Zweitliga-Evergreens wurden hüben wie drüben die entgegengesetzt verlaufenden Scores der jüngsten Duelle  deutlich. Fürth suchte mit dem Rückenwind seiner Positivserie einen schnellen Vorsprung, während der SV98 zunächst um defensive Stabilität des erneut umgestellten Abwehrverbandes bemüht war.

Dank einem Sonntagsschuss am Dienstagabend änderten sich die Matchverhältnisse schlagartig. Skarke zauberte die Kugel in der 17. Minute in den linken Giebel. Wie auf Knopfdruck überschüttete die Führung ein Höchstmaß des Glaubens an die eigenen Stärken über die Lilien-Recken. Plötzlich lief der Ball wie am Schnürchen, so dass sich der neutrale Beobachter wundern durfte, dass der Ranglistenvierzehnte den als Nummer Zwei des Ranking auflaufenden Hausherren praktisch an die Wand spielte.

Es war ein optischer Genuss, wie der Sportverein ungeachtet der vergangenen Dämpfer seine Angriffe zelebrierte. Das überfällige 2:0 fiel zum berühmt-berüchtigten Wegweisertermin unmittelbar vor der Halbzeit. Nach einer Sahnestafette über Kempe und Paik musste Dursun für die Dokumentation des Pausenergebnisses nur noch sein goldenes Füßchen hinhalten.

Um alle Unklarheiten, wer am Ende als Sieger den Ground verlassen wird, aus dem Weg zu Räumen, wiederholten Paik und Dursun ihren gelungene Nadelstich beim nächsten psychologisch wichtigen Zeitpunkt. Unmittelbar nach dem Wiederanstoß legte Paik wiederum zielgenau für die bereits neunte Saisonbude des Goalgetters auf und damit war der Drops früh gelutscht.

In der Folge ließen es die Lilien gemächlicher angehen, ohne die Kontrolle zu verlieren. Verteidiger Höhn köpfte eine Viertelstunde vor dem Kehraus zum hoch verdienten Endstand ein. Ohne kleinen Wermutstropfen geht es allerdings beim SV98 scheinbar nicht. Nach einem überflüssigen Tackling sah Mai noch die Ampelkarte und zwingt dadurch Coach Anfang am Samstag im Heimspiel respektive letzten Zweitligaeinsatz des Kalenderjahres 2020 gegen Schlusslicht Würzburger Kickers zu einer neuerlichen Umjustierung der Abwehrkette (Anstoß 13Uhr am Bölle).

Zunächst dürfen sich die Lilien aber ein paar Stunden über die erfolgreiche Verankerung des Talfahrtstoppschildes freuen. Schließlich stellt ein Sieg am Ronhof, der den Anfang-Schützlingen eine wertvolle Kontoaufstockung bescherte (jetzt fünfzehn Zähler), kein Alltagsgeschäft dar. Ein solches Hosianna-Erlebnis glückte letztmals im Oktober 1980 (2:1) dank dem legendären C wie Cäsar – Einschweißtandem Cestonaro und Collet. 

Letzte Änderung amMittwoch, 16 Dezember 2020 08:57
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