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2. Bundesliga

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Kempe und Platte sorgen für den „Pflichtdreier“

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Für solche Partien ist die Bezeichnung „Arbeitssieg“ wohl erfunden worden. Vor der 2020-Kehrausverpflichtung (Dienstag DFB-Pokal in Dresden) mühte sich der SV Darmstadt 98 in seinem Bölle-Wohnzimmer gegen das extrem ersatzgeschwächte Tabellenschlusslicht Würzburger Kickers zu einem schmucklosen, aber hochverdienten 2:0-Heimerfolg. Damit melden sich die Lilien mit zwei gegentorlosen „Dreiern“ in Serie vom Zweitligajahr 2020 ab. 

SV Darmstadt 98 – Würzburger Kickers  2:0

SVD: Schuhen, Pfeiffer, Holland, Höhn, Mai, Schnellhardt, Skarke, Paik (83. Berko), Mehlem (87. Seydel), Kempe (90. Stanilewicz), Dursun (83. Platte)

Kickers: Bonmann, Kraulich (90. Verstappen), Schweers, Dietz, Kwadwo, Kopacz, Lotric (76. David), Flecker, Hoffmann, Sane. Munsy (76. Nikolov)

Tore: 1:0 Kempe 55. 2:0 Platte 90. + 4

Vor der bis wenige Stunden vor dem Anpfiff auf der Kippe stehenden Begegnung beauftragte Coach Anfang Nicolai Rapp mit der Startelfvertretung für den gelb-rot-gesperrten Lukas Mai. Dagegen fühlte sich die Formation der fränkischen Gäste skurril an. Wegen Quarantäne und Verletzungen musste der in Südhessen wohlbekannte Würzburger Übungsleiter Bernhard Trares (trug während seiner ersten Aktivenstation zwischen 1985 und 1989 das blau-weiße Trikot und legte am Bölle den Grundstein für eine lange Karriere) gleich neun Mann austauschen. Auf der verwaisten Tribüne nahmen lediglich zwei Ersatzspieler und ein zweiter Torhüter Platz.

Aufgrund dieser Gegebenheiten schnellte die ohnehin vorhandene Favoritenrolle des Sportvereins noch einmal in die Höhe. Doch eigentlich war klar, dass sich im Vergleich zum imposanten 4:0 unter der Woche im Ronhof ein völlig anderes Spiel entwickeln würde, denn eine von zu forschen Optimisten eingeschätzte Ergebniswiederholung des bislang einzigen Würzburger Auftritts in Darmstadt (in der legendären Saison 77/78 gingen die Kickers trotz des Einsatzes der „linken Klebe“ Lothar Emmerich mit 0:6 am Bölle unter) entpuppte sich als genauso unrealistisch wie ein rasches Ende der globalen Pandemie.

Und so kam es dann auch. Im ersten Viertel des Matches musste 98-Keeper Marcel Schuhen zwei Mal retten, um einen unliebsamen Rückstand zu verhindern. Auf der anderen Seite konnte der Sportverein nicht seine in Fürth dargebotenen spielerischen Glanzpunkte abrufen und verzettelte sich immer wieder im aufopferungsvoll kämpfenden Bollwerk des Trägers der roten Laterne.

Die enttäuschende Nullnummer zur Pause hatte im zweiten Abschnitt noch weitere zehn Minuten Bestand, ehe Tobi Kempe durch einen platzierten Flachschuss endlich den erlösenden Befreiungsschlag aktivierte. Nach der Führung verpassten es die Anfang-Schützlinge, für klare Verhältnisse zu sorgen und so musste man ungeachtet der deutlichen Dominanz bis in die Nachspielzeit die Luft anhalten (Würzburg wechselte kurz vor Schluss sogar seinen Ersatzgoalmann als Feldspieler ein), bis „Edeljoker“ Felix Platte dank seiner saisonalen Debütbude den Deckel auf den zweiten Sieg in Folge schraubte.

Mit Hilfe dieses „Pflichtsieges“ vollzogen die Lilien einen kleinen tabellarischen Salto nach oben und werden als Neunter, Zehnter oder Elfter unter dem Weihnachtsbaum sitzen (abhängig von den Sonntagsspielen). Nach einer eminent kurzen Winterpause steht die nächste Ligaverpflichtung bereits am 2. Januar beim VfL Bochum auf dem Programm. Zuvor muss die Mannschaft von Markus Anfang aber noch am Dienstagabend (22.12.) im Rahmen der zweiten DFB-Pokalhauptrunde Farbe bekennen. Beim von der Ex-Lilie Yannick Stark dirigierten Drittligaspitzenreiter Dynamo Dresden werden die Trauben sicherlich hoch hängen.

 

Letzte Änderung amSamstag, 19 Dezember 2020 16:10
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