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Hessenliga

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Kann die Viktoria mit dem Rücken zur Wand die Löwen bändigen?

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Erstmals seit September 2003 tritt der KSV Hessen Kassel wieder zu einem Hessenligawettstreit am Hegelsberg an. Die Vorzeichen vor dem Anpfiff am Samstag um 15Uhr sind klar: Hausherr Viktoria Griesheim benötigt in seinem fünftletzten Rundeneinsatz trotz der klaren Außenseiterolle unbedingt einen Zuwachs des Punktekontos für die Hoffnung auf den Klassenerhalt, während die nordhessischen Gäste mit einem Sieg ihre Aufholjagd krönen und den zweiten Tabellenplatz übernehmen können.

Auf jeden Fall geht der in den 1980er-Jahren mehrfach vergeblich ans Bundesligator klopfende Ex-Zweitligist als hoher Favorit in die Partie. Die aktuellen Tendenzen gestatten keine andere Meinung. Der Sportclub verlor sechs seiner sieben Partien nach der Winterpause. Dagegen ist Kassel seit zwölf Runden unbezwungen (letzte Niederlage Anfang Oktober 2018 in Hadamar) und will jetzt den Vizemeisterposten, der zur Teilnahme an der Aufstiegsrelegation berechtigt und den man am vergangenen Wochenende schon einmal „kurz“ für 24 Stunden inne hatte, endgültig erobern. 

Die „Beförderung“ wäre im Falle eines „Dreiers“ in der Zwiebelstadt gewährleistet, weil der KSV-Hauptkonkurrent Bayern Alzenau spielfrei zuschaut (RW Hadamar als dritten Bewerbungsschreiber für Rang Zwei sollte man allerdings auch nicht außer Acht lassen). Dabei neigte sich der KSV-Daumen in der Winterpause eher nach unten. Weniger wegen den sportlichen Leistungen, sondern aufgrund einem deftigen Fünfpunkteabzug, weil nicht genügend Schiedsrichter gemeldet waren.

In der vergangenen Saison bekam der Traditionsklub sogar neun Zähler abgezogen, was letztendlich hauptverantwortlich für den Absturz aus der Regionalliga war. Dorthin strebt der KSV nun zurück und dorthin gehört er beim Blick auf seine Infrastruktur (kultiges Auestadion, immer vierstellige Zuschauerzahlen) auch mindestens hin. Jetzt ist man trotz aller Rückschläge wieder auf einem guten Wege, das Ziel zu erreichen.

Das heißt im Umkehrschluss aber nicht, dass die Viktoria dem Favoriten kein Bein stellen kann. Hoffnung für die Offensive machen die Knipserfähigkeit von Youngster Kevin Schuller (fünf Tore in seinen ersten sieben Hessenligaeinsätzen) und der so gut wie abgeschlossene Genesungsprozess vom lange verletzten Urgestein Pascal Stork (ein Comeback zumindest als Joker scheint am Samstag möglich). Die Defensivabteilung muss vor allem auf den KSV-Motor bzw. Standardspezialisten Ingmar Merle und den im Winter verpflichteten Routinier Mahir Saglik (einst Bundesligaprofi in Wolfsburg, beim KSC und in Paderborn) ein waches Auge werfen.

Die zuletzt drei in Folge einsteckten Niederlagen lasten natürlich schwer auf den viktorianischen Schultern. Punktgleich mit Hünfeld sitzt das Team von Richard Hasa auf einem (höchstwahrscheinlichen) direkten Abstiegsrang und die Konkurrenz darf noch einmal öfters auflaufen. Das rettende Ufer ist zwei bzw. drei Punkte entfernt. Die Aufgabe kommt also schwierig, aber dennoch nicht aussichtslos daher. Jetzt gilt es alles in die Außenseiterwaagschale zu werfen, um sich mit einem Überraschungskracher (fast wäre im Hinspiel ein solcher geglückt, als der SCV im Auestadion nur denkbar knapp mit 1:2 den Kürzeren zog) zurück zu melden. Ausruhen kann man sich hinterher und auch länger, denn die Hessenliga macht bis auf zwei Nach- bzw. Vorholtermine (u.a. der Kasseler Fanrekordversuch im Derby gegen Baunatal) über Ostern Pause.

Am Sonntag empfängt der VfB Ginsheim das so gut wie abgestiegene Ligaschlusslicht Spvgg Neu-Isenburg. Mit einem Sieg würde die Elf vom Altrhein die ominöse Vierzigpunktemarke erklimmen und könnte dann den Sekt für das dritte Hessenligajahr wohl kaltstellen. Vier Griesheimer Rivalen auf der Suche nach dem Klassenerhaltshappyend prallen direkt aufeinander (Lohfelden vs. Hünfeld & Bad Vilbel vs. Flieden). Mindestens zwei davon werden also automatisch zulegen…

Alle Partien vom 29. Hessenligaspieltag:

Sa 13.04. 15.00

Viktoria Griesheim – Hessen Kassel, Rot-Weiß Hadamar – SC Waldgirmes, FSC Lohfelden – Hünfelder SV, FC Gießen – FC Eddersheim, KSV Baunatal – FC Ederbergland, FV Bad Vilbel – Buchonia Flieden

So 14.04. 15.00

Türk Gücü Friedberg – SG Barockstadt Fulda, VfB Ginsheim – Spvgg Neu-Isenburg

Spielfrei: Bayern Alzenau

 

Letzte Änderung amFreitag, 12 April 2019 08:33
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