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Hessenliga

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0:3 nach langer Gegenwehr – Abstiegsschlinge schließt sich weiter zu

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Viktoria Griesheim hat in seinem fünftletzten Saisoneinsatz wie erwartet den nächsten Rückschlag hinnehmen müssen. Bis zur 84. Minute durfte der Sportclub am heimischen Hegelsberg noch auf eine Überraschung hoffen, ehe der favorisierte Aufstiegsaspirant KSV Hessen Kassel in der Schlussphase seinen 1:0-Vorsprung in einen 3:0-Endstand umwandelte.

Damit sacken die viktorianischen Klassenerhaltsaktien weiter in den Keller. Der FV Bad Vilbel und der FSC Lohfelden (jeweils 2:0-Heimsiege in den Big Point – Duellen gegen Flieden bzw. Hünfeld) sind jetzt kaum noch einholbar. Buchonia Flieden, das zwei Punkte mehr aufweist und auf der letzten evtl. rettenden Stelle sitzt, empfängt in vierzehn Tagen den Sportclub zu einem wahrscheinlichen vorzeitigen „Endspiel“. Vor solchen Sorgenfalten ist der VfB Ginsheim wohl endgültig gefeit. Nach dem 4:2 am Sonntag gegen Schlusslicht Spvgg Neu-Isenburg wirft die Bilanz vierzig Zähler aus, womit der Ligaverbleib so gut wie sicher ist.

An der Tabellenspitze leistete sich Branchenführer FC Gießen die ersten Flecken auf der bis dato weißen Saisonheimweste und verlor wie schon im Hinspiel gegen den FC Eddersheim (2:3). Trotzdem dürften sich die Mittelhessen angesichts des deutlichen Vorsprungs die Meisterschaft kaum noch entreißen lassen.  Nach einer langen Aufholjagd hat Hessen Kassel durch seinen Erfolg in Griesheim jetzt Bayern Alzenau (spielfrei) vom zweiten Platz verdrängt und hält für die Aufstiegsrelegationsteilnahme beste Karten in der Hand. Allerdings ist das Ding für die Löwen noch lange nicht durch. Alzenau und RW Hadamar (3:1 gegen Waldgirmes) lauern mit jeweils zwei Zählern Rückstand dahinter, was einen spannenden Dreikampf um die Vizemeisterschaft auf den Zielgeraden verspricht.

Viktoria Griesheim – Hessen Kassel  0:3

Tore: 0:1, 0:2 Saglik 5., 84.  0:3 Schmeer 88.

Zuschauer: 380

Bis auf die Anfangs- und die Schlussphase bot der SCV dem KSV vor allem hinsichtlich der Defensivarbeit eine überaus akzeptable Paroli. Pech für Griesheim, dass von vier Schüssen des abgezockten Aufstiegskandidaten drei im Griesheimer Netz zappelten. Letztendlich machte der Ex-Bundesligaprofi Mahir Saglik den Unterschied, weil er beizeiten zum 1:0 einlochte und spät für die vorkalkuliert klaren Verhältnisse sorgte. Der Treffer zum 3:0-Endstand von Sebastian Schmeer bedeutete dann schließlich nur eine nicht mehr entscheidende Ergebnisveränderung.

Die Partie begann mit einem schnellen Nackenschlag, denn einen frühen Rückstand (Saglik-Schuss ins kurze Eck) wollte man selbstredend unbedingt vermeiden. Dennoch zeigte sich der Hausherr nicht geschockt und hielt seinen Abwehrladen zusammen. Auch den einen oder anderen Nadelstich gen Kasseler Gehäuse setzte der SCV und hätte der Schiedsrichter - wie vom heimischen Anhang gefordert - nach einer Attacke im Sechzehner gegen Paraschiv Elfmeter gepfiffen, wer weiß, in welche Richtung der Wind geweht wäre.

Auch im zweiten Abschnitt wurde Kassel zumindest im Offensivbestreben seiner Favoritenrolle nicht gerecht, auch weil die Griesheimer Absicherung fortan funktionierte. Nach vorne fehlten allerdings die Ideen und so lag der Ausgleich nicht gerade in der Luft. Mit einem abgefälschten Schuss zementierte Saglik dann den Kasseler Sprung auf Tabellenrang Zwei, ehe Schmeer kurz vor dem Kehraus noch das 3:0 erzielte.

Nach dem Ende kam es vor der Vereinsgaststätte noch zu einigen unschönen Szenen zwischen KSV-Fans (ca. 200 waren mit an den Hegelsberg gereist) und Sympathisanten des SV98. Da brandete die während den 1980er und 1990er - Jahren in der 2. Liga – bzw. Regionalliga begründete Erzrivalität zwischen Nord- und Südhessen wieder auf. Glücklicherweise hatte die anwesende Polizei alles im Griff und trennte die Streithähne.

Sportlich sieht es für den SCV angesichts des Defizits zum rettenden Ufer und der Tatsache, nur noch vier statt wie die Konkurrenz fünf Spiele bestreiten zu dürfen, recht düster aus. Die Viktoria hat jetzt vierzehn Tage Zeit (die Hessenliga ruht mit Ausnahme von zwei Begegnungen über das Osterwochenende), um die finalen Kräfte zu bündeln, ehe am 27. April die vielleicht schon letzte Chance bei der zwei Punkte mehr bilanzierenden Fliedener Buchonia auf der Agenda steht.

Rot-Weiß Hadamar – SC Waldgirmes  3:1

Tore: 1:0 Bangert 15. 1:1 Hartmann 21. 2:1 Zey 51. 3:1 Bangert 53.

Zuschauer: 300

FSC Lohfelden – Hünfelder SV  2:0

Tore: 1:0 Gül 59. 2:0 Salkovic 80.

Zuschauer: 150

FC Gießen – FC Eddersheim  2:3

Tore: 1:0 Cecen 16. FE 1:1 Rottenau 30. 1:2 Akbulut 40. 2:2 Cecen 50. 2:3 Krause 80.

Zuschauer: 1000

KSV Baunatal – FC Ederbergland  3:2

Tore: 1:0 Müller 17. 2:0 Sattorov 48. 2:1 Hofmann 86. 3:1 Müller 90. 3:2 Gora 90. + 4

Zuschauer: 150

FV Bad Vilbel – Buchonia Flieden  2:0

Tore: 1:0 Emmel 80. 2:0 Knauer 89.

Zuschauer: 120

Türk Gücü Friedberg – SG Barockstadt Fulda  1:4  (So)

Tore: 0:1, 0:2 Rummel 10., 48. 0:3 Broschke 71. 1:3 Erdogan 72. 1:4 Strangl 90.

Zuschauer: 150

VfB Ginsheim – Spvgg Neu-Isenburg  4:2  (So)

Tore: 1:0 Mehnatgir 3. FE 1:1 Züge 28. 2:1 Özer 48. 3:1 Mehnatgir 50. 3:2 Atzberger 66. 4:2 Özer 42.

Zuschauer: 150

Spielfrei: Bayern Alzenau

Letzte Änderung amSonntag, 14 April 2019 20:05
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