log in

Hessenliga

A+ A A-

Drama mit Happyend – In letzter Sekunde vollstreckt Stork einen Elfer zum 5:4

Artikel bewerten
(1 Stimme)

Alfred Hitchcock lässt grüßen: Nach einem wahnsinnigen Spielverlauf (1:0, 1:2, 4:2, 4:4) gegen die Spvgg Neu-Isenburg erhielt Viktoria Griesheim in der Nachspielzeit einen Elfmeter zugesprochen. Das kurz zuvor eingewechselte SCV-Urgestein Pascal Stork übernahm die Verantwortung und behielt die Nerven. Die erfolgreiche Verwandlung könnte der Meilenstein zum Klassenerhalt gewesen sein.

Der erste Heimsieg in diesem Jahr war ohne wenn und aber Gold wert, zumal die Konkurrenz mit ihren Niederlagen dem Sportclub in die Karten spielte (Flieden 1:2 in Hadamar und Hünfeld 1:3 in Baunatal) und der FSV Frankfurt in der Regionalliga den Klassenerhalt gepackt hat. Deswegen steigen nur vier Vereine aus der Hessenliga ab und Rang Dreizehn reicht zum Ligaverbleib. Griesheim ist vor den letzten drei Runden Zwölfter (punktgleich mit dem Dreizehnten TG Friedberg, der am Sonntag Waldgirmes 4:2 schlug) und hat vier Zähler Vorsprung auf die Gefahrenzone, muss aber nächste Woche spielfrei zuschauen, wie die Rivalen agieren. Ungeachtet dessen ist die Versetzung jetzt aus eigener Kraft möglich.

Durch ein spät erzieltes Tor bezwang Spitzenreiter FC Gießen den FSC Lohfelden 2:1 und ist am Ziel seiner Träume. Nicht einmal ein Jahr nach der Klubbildung sind die Mittelhessen als neuer Hessenligameister fixiert und treten ab der kommenden Spielzeit in der Regionalliga Südwest an. Der Ranglistenzweite kann per Relegation noch nachziehen. Hierfür hält plötzlich wieder Bayern Alzenau die besten Trümpfe in der Hand. Nach dem 6:0 unter der Woche gegen Baunatal legten die Unterfranken gegen Eddersheim nach (4:1) und profitierten von der fast schon sensationellen 2:6-Klatsche, die Hessen Hassel bereits am Freitagabend in der Fuldaer Johannisau kassierte (erste Niederlage der Löwen seit letztem Oktober). Jetzt geht Alzenau mit drei Punkten Vorsprung auf die dreiteilige Schlussgerade.

SG Barockstadt Fulda – KSV Hessen Kassel  6:2  (Fr)

Tore: 1:0 Rummel 4. 2:0 Strangl 9. 3:0 Broschke 20. 4:0 Strangl 58. 5:0 Broschke 62. 6:0 Strangl 78. 6:1, 6:2 Schmeer 85., 90.

Zuschauer: 1600

Besonderes: Rot Müller (Fulda) 52.

FC Gießen – FSC Lohfelden  2:1

Tore: 0:1 Zukorlic 11. 1:1 Marceta 57. 2:1 Hofmann 88.

Zuschauer: 900

KSV Baunatal – Hünfelder SV  3:1

Tore: 1:0, 2:0 Sattorov 18., 28. 2:1 Krieger 45. 3:1 Sattorov 85.

Zuschauer: 250

Bayern Alzenau – FC Eddersheim  4:1

Tore: 1:0 Konate Lueken 25. 2:0 Kaiser 32. 2:1 Wade 72. 3:1 Wilke 90. 4:1 Ljubicvic 90. + 2

Zuschauer: 500

Viktoria Griesheim – Spvgg Neu-Isenburg  5:4

Tore: 1:0 Paraschiv 21. 1:1, 1:2 Günther 23., 25. 2:2 Paraschiv 30. 3:2 Schuller 66. 4:2 Arslan 74. 4:3 McCrary 84. 4:4 86. 5:4 Stork 90. + 3 FE

Zuschauer: 120

Schon letzte Woche (2:1 bei Buchonia Flieden) zitterte der Griesheimer Tross wie Espenlaub, bis die Big Points im Sack waren. Doch der Triumph in Osthessen bildete nur das „Vorspiel“, denn was die Mannschaft am Samstag ihren Fans „zumutete“, war für jeden Viktorianer ein absolut wilder Ritt auf der holprigen Kreislaufprärie. Am Ende fielen nach einem „irren“ Gefühlswechselbad die Steine dann zentnerweise von den Herzen. Trotz einem zweimaligen Doppelschlag des abgestiegenen Tabellenschlusslichts behauptete sich die Mannschaft von Richard Hasa 5:4 und legte den nächsten Riesenschritt zum Klassenerhalt hin.

Der Hausherr begann mit seiner gewohnten Marschroute (hinten sicher stehen und schnell nach vorne umschalten) ordentlich und legte durch Alexandru Paraschiv vor (Abschluss aus spitzem Winkel ins lange Eck). Doch statt dank der Führung ruhig weiter zu kicken, leistete sich Griesheim zwei fatale Aussetzer, welche die Gäste innerhalb von 120 Sekunden zur Kehrtwende nutzten. Glücklicherweise zeigte sich Paraschiv nach dem Doppeldämpfer erneut treffsicher und erzielte den 2:2-Pausenstand.

Eine Stunde war absolviert, als die junge Sturmhoffnung Kevin Schuller zwei Mann stehen ließ und den Ball überlegt zum 3:2 ins Netz spitzelte. Der kurz zuvor eingewechselte Engin Aslan ließ mit einem ähnlichen Strickmuster das 4:2 folgen und die Ernte schien eingefahren. Plötzlich stellte Griesheim allerdings prinzipiell das Fußballspielen ein und baute Neu-Isenburg wieder auf. Die Spvgg bedankte sich dafür in Person von Carlos McCrary, der mit seinen beiden Endphaseneinlochungen zum 4:4 den ganzen Hegelsberg schockte. Beinahe wäre McCrary sogar ein Hattrick in nur sechs Minuten geglückt, hätte die SCV-Abwehr nicht in letzter Sekunde seinen Schuss abgeblockt (90.!).

Die Kehraus-Pointe des Thrillers kam aber noch und wurde aus Sicht der Viktoria unter dem Titel „Das Beste kommt zum Schluss“ gedreht. Nach einem Foul an Paraschiv zeigte der Schiedsrichter in der dritten Extratime-Minute auf den Punkt. Zwei Elfer hatte der Sportclub in dieser Saison schon verballert. Das interessierte den lange verletzt fehlenden Pascal Stork aber nicht die Bohne, obwohl er erst ab der 87. Minute auf dem Platz stand. Mutig schnappte sich Stork die Kugel, schritt zur Ausführung und verwandelte cool zum heilbringenden 5:4-Heimsieg, der die Perspektive für ein Ligaverbleib-Happyend gewaltig in positive Dimensionen katapultierte. 

Rot-Weiß Hadamar – Buchonia Flieden  2:1

Tore: 0:1 Röhrig 9. 1:1 Eigentor Rumpeltes 55. 2:1 Zey 59. FE

Zuschauer: 150

Türk Gücü Friedberg – SC Waldgirmes  4:2 (So)

Tore: 0:1 Hartmann 2. 1:1 Kohnke 3. 1:2 Öztürk 32. FW 2:2 Toskovic 45. 3:2 Dudda 80. 4:2 Miric 88.

Zuschauer: 100

VfB Ginsheim – FC Ederbergland  6:1 (So)

Tore: 1:0 Mehnatgir 4. 1:1 Miss 23. FE 2:1 Fischer 28. 3:1, 4:1, 5:1 Özer 57., 64., 66. 6:1 Murata 68.

Spielfrei: FV Bad Vilbel

 

Letzte Änderung amSonntag, 05 Mai 2019 22:03
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten