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Verbandsliga Süd

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Verbandsligacomeback des SV Münster nach 43 Jahren – RW DA zu Hause gefordert

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Auch die Verbandsliga öffnet „Corona zum Trotz“ am Wochenende wieder ihre Pforten. Geplant sind unter Einhaltung der vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen die ersten neun Begegnungen der neuen Saison.

Im Vergleich zu den anderen höheren Klassen kam die Verbandsliga bezüglich einer Aufstockung glimpflich davon. Gegenüber der abgebrochenen letzten Spielzeit musste die Teilnehmerzahl ungeachtet der Festlegung von keinen sportlichen Absteigern und vier Aufsteigern nur von siebzehn auf achtzehn Vereine erhöht werden, weil die SG Unter-Abtsteinach und Viktoria Urberach auf dem Höhepunkt der „Corona-Krise“ die Segel strichen und sich aus wirtschaftlichen Vernunftgründen freiwillig in die Kreisoberliga zurückzogen.

Der offizielle Darmstädter Fußballbezirk bietet trotz dem Abschied von SGU und der Viktoria weiterhin acht Mitglieder auf. Zu den verbliebenen Protagonisten RW Darmstadt, dem Ober-Rodener Duo Germania & TS, SV Unter-Flockenbach, ET Wald-Michelbach und VfB Ginsheim II gesellten sich der SV Münster und die SG Rüsselsheim hinzu. Grund genug, diese beiden Klubs kurz vorzustellen.

Die SG Rüsselsheim entstand erst vor zwei Jahren durch den Zusammenschluss vom SV Dersim und dem VfR Rüsselsheim. Seitdem bejubelt der blutjunge Verein eine Erfolgsstory ohnegleichen. Gleich nach der ersten Saison kletterte man von der Kreisoberliga in die Gruppenliga empor und dort glückte in der Vorsaison der Durchmarsch, weil die SG beim Abbruch im März Platz Zwei inne hatte und gegenüber den beiden Frankfurter Gruppenligazweiten die besseren „Quotientenwerte“ aufwies. Damit ist die Stadt Rüsselsheim erstmals wieder seit 1975 (!) in dieser Klasse vertreten (damals SC Opel). Der Newcomer meldet sich am Samstag bei RW Frankfurt an und bestreitet am Brentanobad das inoffizielle Verbandsligaauftaktspiel.

Apropos 1970er Jahre: 1977 stieg Gründungsmitglied SV Münster aus der 1965 ins Leben gerufenen Gruppenliga Süd (identisch mit der heutigen Verbandsliga) ab und wurde seitdem nicht mehr auf dieser Ebene gesichtet. Bis zum Sonntagnachmittag, denn dann feiert der SVM am heimischen Mäusberg gegen Mitaufsteiger Spvgg Oberrad (zurück nach „nur“ drei Jahren Exil) ein rauschendes Comeback. Die über eine längere Zeitspanne kontinuierlich zusammen gewachsene Mannschaft von Trainer Naser Selmanaj (früher als Aktiver in Oberligadiensten bei u.a. SV Erzhausen, Viktoria Griesheim und Viktoria Urberach) verlor in der abgebrochenen Gruppenligarunde lediglich eine Partie und wurde deshalb völlig verdient als Primus in die Sechstklassigkeit befördert.

Der vierte Aufsteiger neben Münster, Rüsselsheim und Oberrad kommt aus Neu-Isenburg, weshalb die etablierte Spielvereinigung starke Konkurrenz im lokalen Wohnzimmer bekommt. Der SV Pars ist ähnlich wie die SG Rüsselsheim noch ein ganz junger Verein (2014 mit iranischen Wurzeln aus der Taufe gehoben) und genauso auf der Überholspur unterwegs. Vorläufiges Highlight des Aufschwungs war nun die Gruppenligameisterschaft 2020 und mit dem Newcomer ist aufgrund des höherklassig gestählten Kaders auch in der Verbandsliga zu rechnen. Der Name „Pars“ ist übrigens eine alte Bezeichnung für das frühere Perserreich…

Rot-Weiß Darmstadt vertraut weiterhin seiner Klubikone Dominik Lohrer als Übungsleiter und einem sehr jungen Kader. Damit ist man in den vergangenen drei Jahren sehr gut gefahren und hat den letzten Abstieg aus der Hessenliga 2017 sehr gut kompensiert. Das Ziel ist sicherlich - so wie in den vergangenen beiden Spielzeiten - wieder eine einstellige Tabellenpositionierung, auch wenn Rückschläge sicherlich nicht ausbleiben werden. Solch einen musste Rot-Weiß bereits vor Wochenfrist einstecken (K.O. im Elfmeterschießen beim verspätet über die Bühne gehenden Kreispokalhalbfinale 19/20 gegen den Kreisoberligisten SV Hahn). Die Heimstättensiedler starten am Sonntag mit einer sehr schweren Aufgabe und empfangen im heimischen Waldsportpark mit der eingespielten Neu-Isenburger Spielvereinigung einen echten Gradmesser für die künftige Richtung.

Auch die Ober-Rodener Klubs gehen mit unveränderten Cheftrainern ins Rennen. Bastian Neumann bei der Turnerschaft und Fabian Bäcker bei der Germania schwingen weiterhin die Trainerzepter. In Rödermark muss man sich ab sofort mit den beiden Stadtteilderbys begnügen, da „nebenan“ Viktoria Urberach wie erwähnt die Verbandsligaflinte ins Korn geworfen hat. Sowohl TS (besitzt schon seit 2012 ein Dauer-Abonnement für das Fahren auf der zweithöchsten hessischen Amateurschiene) als auch die Germania (jetzt im vierten Jahr wieder mit dabei) möchten eine ordentliche Performance darbieten und sich zumindest so gut wie möglich von den unteren Rankingsphären fernhalten. Die Turnerschaft gastiert beim VfB Ginsheim II, einem großen Profiteur des Abbruchs. Ohne das vorzeitige Saisonende hätte die „1-B“ des Hessenligisten wohl kaum den Klassenerhalt eingelocht. Zur gleichen Zeit wird eine Woche nach dem Gewinn des Kreispokals 19/20 (dank einer Last Minute – Bude 3:2 gegen Gruppenligist TSV Lengfeld) die Germania an der heimischen Frankfurter Straße auf Herz und Nieren von der anreisenden SG Bornheim getestet.

Nach der überragenden Debütsaison (beim Abbruch elitäres Mitglied der Spitzengruppe) versucht der SV Unter-Flockenbach im „verflixten zweiten Jahr“, diese Leistung zu bestätigen. SVU-„Nachbar“ Eintracht Wald-Michelbach fungiert ähnlich wie TS Ober-Roden als Ligadauerbrenner und ist sogar das dienstälteste Klassenmitglied (ununterbrochen seit einem Jahrzehnt). Die beiden südlichsten Verbandsligavertreter müssen zum Neustart weite Dienstausflüge in die Frankfurter Peripherie einkalkulieren (ETW zu den Sportfreunden und die Gorxheimer zum SV der Bosnier).

Alle Partien vom 1. Verbandsligaspieltag:

Sa 05.09. 16.00

Rot-Weiß Frankfurt – SG Rüsselsheim

So 06.09. 15.00

VfB Ginsheim II – TS Ober-Roden 13.00, FFV Sportfreunde 04 – Eintracht Wald-Michelbach, Rot-Weiß Darmstadt – Spvgg Neu-Isenburg, Germania Ober-Roden – SG Bornheim, JSK Rodgau – Germania Großkrotzenburg, SV Pars Neu-Isenburg – Hanauer SC 1960 15.30, SV der Bosnier – SV Unter-Flockenbach 15.30, SV Münster – Spvgg Oberrad 16.00

 

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